Wie man hier sieht, fordert die Flut in Irland bereits schwere Opfer:
http://morningglory2.wordpress.com/2007/07/26/crowds-panic-as-flood-threatens-ireland/
Montag, 7. Dezember 2009
Sonntag, 29. November 2009
Mein neues Bücher-Blog
Ich hatte ja in der Vergangenheit ab und zu hier Buch-Rezensionen gehabt.
Diese habe ich nun ausgelagert in ein neues Blog, mein Biblioversum!
http://biblioversum.blogspot.com/
Hauptgrund war die Unmöglichkeit, hier in meinem Wordpress-Blog Google-Werbung zu schalten. Mein neues Blog ist natürlich bei Blogspot und da geht das dann auch.
Außerdem passen die Buch-Rezensionen nicht so ganz in mein "Irisches Tagebuch". Auch wenn ich die meisten Bücher in der Bahn in Dublin lese, haben sie inhaltlich so gut wie nie mit Irland zu tun.
Ich werde in Zukunft bei jeder neuen Rezension auch hier eine kurze Nachricht posten, aber dann nur mit Link auf das neue Blog.
Diese habe ich nun ausgelagert in ein neues Blog, mein Biblioversum!
http://biblioversum.blogspot.com/
Hauptgrund war die Unmöglichkeit, hier in meinem Wordpress-Blog Google-Werbung zu schalten. Mein neues Blog ist natürlich bei Blogspot und da geht das dann auch.
Außerdem passen die Buch-Rezensionen nicht so ganz in mein "Irisches Tagebuch". Auch wenn ich die meisten Bücher in der Bahn in Dublin lese, haben sie inhaltlich so gut wie nie mit Irland zu tun.
Ich werde in Zukunft bei jeder neuen Rezension auch hier eine kurze Nachricht posten, aber dann nur mit Link auf das neue Blog.
Mittwoch, 28. Oktober 2009
Ärzte in Irland
...sind eine einzige Katastrophe.
Vor über 4 Wochen habe ich mir den rechten Daumen stark geprellt. Es ist zwar graduell besser geworden (= ich kann den Daumen bewegen), aber er ist immer noch geschwollen (das Kapselgelenk oder wie auch immer das heisst) und ich kann keine stark verschlossenen Flaschen o.ä. öffnen und auch beim Heben von Gegenständen hab ich Probleme.
4 (!) Ärzte haben den Daumen angeschaut. Anfangs meinten sie nur "ruhen lassen, Salbe drauf". Ganz schlimm ist die Ärztin direkt bei Google um die Ecke. Die hat sich den Daumen angeschaut, und da ich ihn bewegen kann gefolgert, er sei ja nicht gebrochen, also hätte Röntgen auch keinen Sinn. Beim ersten Mal hat sie mir Medizin verschrieben (irgendwas Entzündungshemmendes, Diflenac oder so ähnlich), beim zweiten Mal nur die Schultern gezuckt und gemeint, man könne nichts tun, es sei halt noch entzündet. Abwarten und Tee trinken halt.
Kassiert hat jeder Arzt. Ein Arztbesuch kostet jedesmal 55 Euro.
Nach über 4 Wochen sitze ich immer noch hier und der Daumen ist dick, nicht voll einsatzfähig und schmerzt bei Berühren der falschen Stellen.
Meine letzte Hoffnung ist jetzt, dass ich einen Orthopäden in Hamburg finde (bin nächste Woche drei Tage geschäftlich dort) und dass es nicht unbezahlbar wird, sich ohne Krankenversicherung so einen Arztbesuch zu leisten.
Vielleicht hat ja einer meiner Blog-Leser eine Idee, was sonst noch helfen könnte?
Vor über 4 Wochen habe ich mir den rechten Daumen stark geprellt. Es ist zwar graduell besser geworden (= ich kann den Daumen bewegen), aber er ist immer noch geschwollen (das Kapselgelenk oder wie auch immer das heisst) und ich kann keine stark verschlossenen Flaschen o.ä. öffnen und auch beim Heben von Gegenständen hab ich Probleme.
4 (!) Ärzte haben den Daumen angeschaut. Anfangs meinten sie nur "ruhen lassen, Salbe drauf". Ganz schlimm ist die Ärztin direkt bei Google um die Ecke. Die hat sich den Daumen angeschaut, und da ich ihn bewegen kann gefolgert, er sei ja nicht gebrochen, also hätte Röntgen auch keinen Sinn. Beim ersten Mal hat sie mir Medizin verschrieben (irgendwas Entzündungshemmendes, Diflenac oder so ähnlich), beim zweiten Mal nur die Schultern gezuckt und gemeint, man könne nichts tun, es sei halt noch entzündet. Abwarten und Tee trinken halt.
Kassiert hat jeder Arzt. Ein Arztbesuch kostet jedesmal 55 Euro.
Nach über 4 Wochen sitze ich immer noch hier und der Daumen ist dick, nicht voll einsatzfähig und schmerzt bei Berühren der falschen Stellen.
Meine letzte Hoffnung ist jetzt, dass ich einen Orthopäden in Hamburg finde (bin nächste Woche drei Tage geschäftlich dort) und dass es nicht unbezahlbar wird, sich ohne Krankenversicherung so einen Arztbesuch zu leisten.
Vielleicht hat ja einer meiner Blog-Leser eine Idee, was sonst noch helfen könnte?
Sonntag, 27. September 2009
Warum DunAengus die PIRATENPARTEI gewählt hat
Es war keine leichte Entscheidung, aber diesmal wollte ich als NICHTWÄHLER ein Zeichen setzen.
Denn ehrlich gesagt stossen mich alle derzeit vertretenen Parteien ab. Nun ist es ja so, dass ich als Auswanderer in D-Land nicht gemeldet bin und somit als Nichtwähler überhaupt nicht in den Statistiken auftauchen würde.
Also habe ich mich brav zur Briefwahl angemeldet und bereits vor Wochen meine Stimmen abgegeben - für eine Partei, die es zwar eh nicht über die 5% schaffen wird, aber zumindest zählt meine Stimme dann mit.
Warum habe ich keine der "grossen" Parteien gewählt?
CDU / CSU:
Zunächst einmal weigere ich mich grundsätzlich, einer Partei meine Stimme zu geben, die sich auf Religion bezieht und somit Politik und Religion vermischt. Nun ist natürlich klar, dass bei dieser Partei das "C" nur konservativ-bürgerliche Tünche ist (Kauder bestätigen die Regel), vom "christlichen Menschenbild", was auch immer das sein soll, wird nur gefaselt wenn man diese Phrase halt zielgruppenwirksam unterbringen kann.
Ansonsten ist diese Partei genauso machtgierig und verschlagen wie alle anderen zur Wahl stehenden Verbrecherorganisationen. Das besonders widerliche an der CDU ist aber aus meiner Sicht ihre unbelehrsame Haltung in ökologischen, kulturellen und pazifistischen Fragen. 2003 wären wir unter Frau Merkel munter mit in den Irak maschiert. 4 Jahre "Große Koalition" hat dies die Leute wohl vergessen lassen.
FDP:
Abgesehen davon, dass ich fast nur Idioten kenne, welche dieser Partei als Mitglieder beiwohnen, ist die absolute Unmenschlichkeit und das äusserst unrealistische Menschenbild, welches der Politik dieser Partei zu Grunde liegt, ein Hauptgrund meiner Weigerung, diesem Bosse-Klüngel-Verein meine Stimme zu geben.
Versteht mich nicht falsch: ich halte mich für einen liberalen Menschen, und prinzipiell halte ich viele Forderungen dieser Partei für absolut wichtig: weniger Staat, weniger Steuern und Bürokratie, Legalisierung von Marihuana - klingt alles super. Aber der Grundfehler der Liberalen Parteien weltweit war und ist, dass diese Menschen neben zwischenmenschlicher Kälte auch tatsächlich dem Irrtum anhängen, der Mensch würde sich immer für das entscheiden, was für ihn am Besten wäre, hätte er nur die Freiheit dazu. Glaubwürdige, menschliche und soziale Entwürfe, wie man den gescheiterten, den Pechvögeln und den Opfern des Lebens konkret und menschlich unter die Arme greifen sollte, lässt diese Partei herzlich vermissen.
SPD:
Die "Alte Tante" ist definitv am Abnippeln. Die traditionelle Basis (gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, Kohlekumpel, Arbeitslose) lief zur Linken über, sozial engagierte Bosse lassen sich eh von den rechts-liberalen einlullen. Was bleibt ist die aussterbende Toskana-Fraktion, und von denen laufen viele auch zu den Grünen über. Die SPD hat derzeit nicht nur keinen Plan, sondern auch kein Charisma, keine Visionen und daher auch keine Zukunft mehr in diesem Land.
Grüne:
Als Ex-Tübinger kenne ich die "Öko-Faschisten", welche die Stammwählerschaft dieses Vereins ausmachen, aus nächster Anschauung. Besserverdienendes Gutmenschentum, Leute die sich ihr ökologisches schlechtes Gewissen durch Bio-Lifestyle gut machen möchten, die aber ansonsten gerne unter sich bleiben (Französisches Viertel in Tübingen, ähnliche öko-faschistisch durchgestylte Viertel in Freiburg...). Eine etwas sektiererische Stimmung herrscht hier. Abgesehen davon sind viele Forderungen der Grünen zwar gut und legitim, aber diese Partei ist leider auch absolut Fortschritts- und Wirtschaftsfeindlich, dazu auch überbürokratisch. Mehr Steuern, weniger Spass an Technik und Entwicklung, dass droht uns wenn die Grüne Bande wieder an die Regierung kommen sollte.
Ausserdem missfällt mir die Tatsache dass viele der Spitzenpolitiker dieser Partei ihre absolute Machtgier mit esoterischem Sektierertum (Anthroposophie) vermengen. Bäh.
Linke:
Die Partei der Armut, der Loser und der Realitätsfremden. Achja, die Partei der Frustrierten. So sehr ich mit den Hartz-IV-Empfängern, was ich auch mal war, sympathisiere, diese Partei verbindet unrealistische Forderungen (NATO-Austritt) mit sozialistischem Ungeist. Geführt wird sie mit eiserner Hand von Demagogen, eine Männerclique die Frauen wie die Wagenknecht brauchen und benutzen, sicherlich aber nicht, und wenn dann nur aus Prestige- und Quotengründen, auch mehr an der Spitze beteiligen werden.
Solange die Unholde Lafontaine und Gysi diese Partei regieren, solange bleibt sie einfach eine radikale Variante der SED.
Ich bin überzeugt dass die LINKE ihre Klientel im Grunde nur verarscht, ausnutzt und in die Irre führt. Das ist eigentlich noch widerlicher als die Standpunkte der rechten Parteien zu sozialen Problemen...
PIRATENPARTEI:
So, und nach diesem Kahlschlag stand ich vor der Frage: wem meine Stimme geben? Nun, die PIRATEN sind meiner Meinung nach noch frisch und unverbraucht genug, um die Forderungen ihres Wahlprogramms auch tatsächlich ernst zu nehmen. Sie sind vielleicht naiv (siehe Interview mit der Nazi-Zeitung), und sie haben keine explizite Meinung zu einem Gros der Themen, welche die grossen Parteien besetzen.
Aber sie sind IMHO die einzige Partei, welche Ahnung vom Internet, von Bürger- und Privatrechten im Informationszeitalter und "digitalem Bürgertum" hat. Die PIRATEN sind im Grunde eine Aktion und keine Partei. Aber mir als quasi "Nichtwähler" kommt das eher entgegen. Und so haben sie diesmal meine Stimme.
Denn ehrlich gesagt stossen mich alle derzeit vertretenen Parteien ab. Nun ist es ja so, dass ich als Auswanderer in D-Land nicht gemeldet bin und somit als Nichtwähler überhaupt nicht in den Statistiken auftauchen würde.
Also habe ich mich brav zur Briefwahl angemeldet und bereits vor Wochen meine Stimmen abgegeben - für eine Partei, die es zwar eh nicht über die 5% schaffen wird, aber zumindest zählt meine Stimme dann mit.
Warum habe ich keine der "grossen" Parteien gewählt?
CDU / CSU:
Zunächst einmal weigere ich mich grundsätzlich, einer Partei meine Stimme zu geben, die sich auf Religion bezieht und somit Politik und Religion vermischt. Nun ist natürlich klar, dass bei dieser Partei das "C" nur konservativ-bürgerliche Tünche ist (Kauder bestätigen die Regel), vom "christlichen Menschenbild", was auch immer das sein soll, wird nur gefaselt wenn man diese Phrase halt zielgruppenwirksam unterbringen kann.
Ansonsten ist diese Partei genauso machtgierig und verschlagen wie alle anderen zur Wahl stehenden Verbrecherorganisationen. Das besonders widerliche an der CDU ist aber aus meiner Sicht ihre unbelehrsame Haltung in ökologischen, kulturellen und pazifistischen Fragen. 2003 wären wir unter Frau Merkel munter mit in den Irak maschiert. 4 Jahre "Große Koalition" hat dies die Leute wohl vergessen lassen.
FDP:
Abgesehen davon, dass ich fast nur Idioten kenne, welche dieser Partei als Mitglieder beiwohnen, ist die absolute Unmenschlichkeit und das äusserst unrealistische Menschenbild, welches der Politik dieser Partei zu Grunde liegt, ein Hauptgrund meiner Weigerung, diesem Bosse-Klüngel-Verein meine Stimme zu geben.
Versteht mich nicht falsch: ich halte mich für einen liberalen Menschen, und prinzipiell halte ich viele Forderungen dieser Partei für absolut wichtig: weniger Staat, weniger Steuern und Bürokratie, Legalisierung von Marihuana - klingt alles super. Aber der Grundfehler der Liberalen Parteien weltweit war und ist, dass diese Menschen neben zwischenmenschlicher Kälte auch tatsächlich dem Irrtum anhängen, der Mensch würde sich immer für das entscheiden, was für ihn am Besten wäre, hätte er nur die Freiheit dazu. Glaubwürdige, menschliche und soziale Entwürfe, wie man den gescheiterten, den Pechvögeln und den Opfern des Lebens konkret und menschlich unter die Arme greifen sollte, lässt diese Partei herzlich vermissen.
SPD:
Die "Alte Tante" ist definitv am Abnippeln. Die traditionelle Basis (gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, Kohlekumpel, Arbeitslose) lief zur Linken über, sozial engagierte Bosse lassen sich eh von den rechts-liberalen einlullen. Was bleibt ist die aussterbende Toskana-Fraktion, und von denen laufen viele auch zu den Grünen über. Die SPD hat derzeit nicht nur keinen Plan, sondern auch kein Charisma, keine Visionen und daher auch keine Zukunft mehr in diesem Land.
Grüne:
Als Ex-Tübinger kenne ich die "Öko-Faschisten", welche die Stammwählerschaft dieses Vereins ausmachen, aus nächster Anschauung. Besserverdienendes Gutmenschentum, Leute die sich ihr ökologisches schlechtes Gewissen durch Bio-Lifestyle gut machen möchten, die aber ansonsten gerne unter sich bleiben (Französisches Viertel in Tübingen, ähnliche öko-faschistisch durchgestylte Viertel in Freiburg...). Eine etwas sektiererische Stimmung herrscht hier. Abgesehen davon sind viele Forderungen der Grünen zwar gut und legitim, aber diese Partei ist leider auch absolut Fortschritts- und Wirtschaftsfeindlich, dazu auch überbürokratisch. Mehr Steuern, weniger Spass an Technik und Entwicklung, dass droht uns wenn die Grüne Bande wieder an die Regierung kommen sollte.
Ausserdem missfällt mir die Tatsache dass viele der Spitzenpolitiker dieser Partei ihre absolute Machtgier mit esoterischem Sektierertum (Anthroposophie) vermengen. Bäh.
Linke:
Die Partei der Armut, der Loser und der Realitätsfremden. Achja, die Partei der Frustrierten. So sehr ich mit den Hartz-IV-Empfängern, was ich auch mal war, sympathisiere, diese Partei verbindet unrealistische Forderungen (NATO-Austritt) mit sozialistischem Ungeist. Geführt wird sie mit eiserner Hand von Demagogen, eine Männerclique die Frauen wie die Wagenknecht brauchen und benutzen, sicherlich aber nicht, und wenn dann nur aus Prestige- und Quotengründen, auch mehr an der Spitze beteiligen werden.
Solange die Unholde Lafontaine und Gysi diese Partei regieren, solange bleibt sie einfach eine radikale Variante der SED.
Ich bin überzeugt dass die LINKE ihre Klientel im Grunde nur verarscht, ausnutzt und in die Irre führt. Das ist eigentlich noch widerlicher als die Standpunkte der rechten Parteien zu sozialen Problemen...
PIRATENPARTEI:
So, und nach diesem Kahlschlag stand ich vor der Frage: wem meine Stimme geben? Nun, die PIRATEN sind meiner Meinung nach noch frisch und unverbraucht genug, um die Forderungen ihres Wahlprogramms auch tatsächlich ernst zu nehmen. Sie sind vielleicht naiv (siehe Interview mit der Nazi-Zeitung), und sie haben keine explizite Meinung zu einem Gros der Themen, welche die grossen Parteien besetzen.
Aber sie sind IMHO die einzige Partei, welche Ahnung vom Internet, von Bürger- und Privatrechten im Informationszeitalter und "digitalem Bürgertum" hat. Die PIRATEN sind im Grunde eine Aktion und keine Partei. Aber mir als quasi "Nichtwähler" kommt das eher entgegen. Und so haben sie diesmal meine Stimme.
Mittwoch, 16. September 2009
Mord in Irland - Mord in Deutschland: ein Unterschied
Ich bin erstaunt über den Medien-Hype, den der Münchner S-Bahn-Mord in den deutschen Medien erfährt (bis hin zu bundesweiten Nachrichtensendungen!).
Hier in Irland sind solche und ähnliche Morde ziemlicher Alltag und immer nur eine kurze Notiz wert. Diesen Sommer gab es Wochenenden, an denen alleine im Großraum Dublin 2-3 Morde geschahen, teilweise so spektakulär, dass man daraus in Deutschland riesengroße Stories gemacht hätte.
Nicht so hier. Eine Frau, die mitten im Stadtzentrum, gleich um die Ecke bei O'Connell-Street am hellen Samstag-Nachmittag mit einem Küchenmesser in den Nacken gestochen wird und vor Ort verblutet. Schießereien und Banden-Morde in Dublins Northside (z.b. im Vorort "Coolock", der direkt angrenzt an den 24-h-Tesco in welchem wir immer einkaufen). Etc., etc.... meist sind diese Morde nur eine Meldung in den Abendnachrichten desselben Tages wert, u.a. natürlich auch weil am nächsten Tag schon die nächsten Mord- und Totschlag-Geschichten anfallen.
Ich frage mich jetzt natürlich mehrere Dinge:
- wie kann es sein, dass in einem Land mit 80 Millionen Einwohner gefühlt weniger brutale Morde geschehen wie in einem 6-Millionen-Einwohner-Land?
- Ist das gar nicht so? Geschehen in Deutschland in absoluten Zahlen gemessen mehr Morde als in Irland?
- Wenn ja, welche Bedingungen muss so ein Mord erfüllen, um wie der jetzt in München in das nationale Bewusstsein vorzudringen?
- Ist es vielleicht im Gegensatz so, dass Irland so klein und friedlich ist, dass hier halt noch 100% der Gewalttaten in den Nachrichten auftauchen, was in Deutschland gar nicht mehr möglich ist? Entsteht deshalb der (falsche) Eindruck, dass Irland gewalttätiger sei als Deutschland?
Was für Fragen man sich so stellt, wenn man mit Influenza im Bett liegt...
Hier in Irland sind solche und ähnliche Morde ziemlicher Alltag und immer nur eine kurze Notiz wert. Diesen Sommer gab es Wochenenden, an denen alleine im Großraum Dublin 2-3 Morde geschahen, teilweise so spektakulär, dass man daraus in Deutschland riesengroße Stories gemacht hätte.
Nicht so hier. Eine Frau, die mitten im Stadtzentrum, gleich um die Ecke bei O'Connell-Street am hellen Samstag-Nachmittag mit einem Küchenmesser in den Nacken gestochen wird und vor Ort verblutet. Schießereien und Banden-Morde in Dublins Northside (z.b. im Vorort "Coolock", der direkt angrenzt an den 24-h-Tesco in welchem wir immer einkaufen). Etc., etc.... meist sind diese Morde nur eine Meldung in den Abendnachrichten desselben Tages wert, u.a. natürlich auch weil am nächsten Tag schon die nächsten Mord- und Totschlag-Geschichten anfallen.
Ich frage mich jetzt natürlich mehrere Dinge:
- wie kann es sein, dass in einem Land mit 80 Millionen Einwohner gefühlt weniger brutale Morde geschehen wie in einem 6-Millionen-Einwohner-Land?
- Ist das gar nicht so? Geschehen in Deutschland in absoluten Zahlen gemessen mehr Morde als in Irland?
- Wenn ja, welche Bedingungen muss so ein Mord erfüllen, um wie der jetzt in München in das nationale Bewusstsein vorzudringen?
- Ist es vielleicht im Gegensatz so, dass Irland so klein und friedlich ist, dass hier halt noch 100% der Gewalttaten in den Nachrichten auftauchen, was in Deutschland gar nicht mehr möglich ist? Entsteht deshalb der (falsche) Eindruck, dass Irland gewalttätiger sei als Deutschland?
Was für Fragen man sich so stellt, wenn man mit Influenza im Bett liegt...
Donnerstag, 16. Juli 2009
Blasphemie nun verboten in Irrland
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,636558,00.html
Nun haben die irren Iren mal wieder einen Bock geschossen: Blasphemie kostet jetzt 25.000 € Strafe.
Gottverdammt!
Achja:
Wenn es Gott gäbe, müsste man den verdammten Bastard eh' töten. Oh, ich muss das Ganze in Englisch schreiben, damit man es auch in Irland versteht:
Nun haben die irren Iren mal wieder einen Bock geschossen: Blasphemie kostet jetzt 25.000 € Strafe.
Gottverdammt!
Achja:
Wenn es Gott gäbe, müsste man den verdammten Bastard eh' töten. Oh, ich muss das Ganze in Englisch schreiben, damit man es auch in Irland versteht:
I hate god. God is a real sucker. If he would exist, it would be our first duty to kill that freeloading bastard. (Hakim's reaction to the new Irish law against Blasphemy)
Freitag, 3. April 2009
Irland zerbricht
Es ist schon krass mitanzusehen, wie das Land um einen herum immer mehr den Bach runter geht.
So rasant das Wirtschaftswachstum des "Keltischen Tigers" seit den 90er-Jahren war - der Zerfall ist noch viel schneller und krasser.
Inzwischen verlassen die hier lebenden Gastarbeiter das Land beinahe fluchtartig, die im Rekordtempo hochgezogenen Neubaugebiete werden zu leerstehenden Geisterstädten, und im irischen TV überschlagen sich die Horrormeldungen - keine RTE Abendnachrichten ohne eine Liste von weiteren Firmenschließungen und Massenentlassungen.
Januar-Februar wurden in der Republik Irland im Schnitt täglich 1000 Leute entlassen. Im März sah es schon besser aus - "nur" noch 500 Entlassungen / Tag.
Die Mieten fallen zum ersten Mal seit 10 Jahren, die "Landlords" (=Vermieter) haben Angst, dass ihre Mieter ausziehen, denn ohne massive Preissenkungen werden sie dann nur noch sehr schwer Nachmieter finden (und anders als in Deutschland muss der Mieter hier bei Auszug keine Nachmieter besorgen!).
Fast alle meiner Kollegen konnten nach Ablauf der einjährigen "Lease"-Verträge Mietkürzungen von teilweise 200, 300 Euro verhandeln.
Habe ich bislang gerne mal über meinen Arbeitgeber gescholten, halte ich mich jetzt damit erstmal zurück. Klar, Issues gibt es nach wie vor (in welchem Job gibt es die nicht?), andererseits fühlt man sich als "Googler" in Dublin momentan wie eines der glücklichen Tiere, die es zu Zeiten der Sintflut gerade noch so an Bord der "Arche Noah" geschafft haben.
Anders ausgedrückt: ich fühle mich derzeit wie ein Betrachter, der im sicheren Glaskasten sitzend anschaut, wie das Land um ihn herum versinkt.
Irland ist von der derzeitigen Wirtschaftskrise eines der am härtesten getroffenen Länder, der Preis des irren Wachstums war es eben, fast vollständig von der Laxheit der Banken und den niedrigen Steuern abhängig zu sein.
Spätestens da bekommt mein sicheres Glashaus dann aber auch schon die ersten Brüche: die irische Regierung wird in den nächsten Tagen auch die Unternehmenssteuer erstmalig anheben (bislang lag diese auf 12,5%) - für die meisten der US-amerikanischen Großunternehmen waren aber die niedrigen Steuern neben der englischsprachigen Bevölkerung DAS Hauptargument, sich überhaupt erst in Irland niederzulassen.
Und da mein Arbeitgeber nun auch schon erste Schritte in Richtung Personalabbau unternimmt, werden auch die Zeiten auf meiner "Arche Noah" stürmischer werden.
Deshalb erfreue ich mich momentan auch eher mit gemischten Gefühlen an fallenden Preisen - seit heute Morgen hat das Grauen, welches eine Entlassung bedeuten kann, auch für mich ein persönliches Gesicht: in der Bahn saß mir eine deprimiert dreinschauende Frau gegenüber, die dann am Handy ihrem Gesprächspartner mitteilte, dass heute ein "grauenvoller Tag" sei: denn heute würden alle Kundenkonten nach Großbritannien transferiert, und dann sei es "dass auch gewesen", wobei klar aus Wortwahl und Stimmlage (und Blick) hervorging, dass heute ihr letzter Arbeitstag war.
Die Dame war schätzungsweise Anfang 40 und machte heute offensichtlich "als Letzte das Licht aus".
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/:Deutsche-Irland-Flucht-Insel/659877.html
So rasant das Wirtschaftswachstum des "Keltischen Tigers" seit den 90er-Jahren war - der Zerfall ist noch viel schneller und krasser.
Inzwischen verlassen die hier lebenden Gastarbeiter das Land beinahe fluchtartig, die im Rekordtempo hochgezogenen Neubaugebiete werden zu leerstehenden Geisterstädten, und im irischen TV überschlagen sich die Horrormeldungen - keine RTE Abendnachrichten ohne eine Liste von weiteren Firmenschließungen und Massenentlassungen.
Januar-Februar wurden in der Republik Irland im Schnitt täglich 1000 Leute entlassen. Im März sah es schon besser aus - "nur" noch 500 Entlassungen / Tag.
Die Mieten fallen zum ersten Mal seit 10 Jahren, die "Landlords" (=Vermieter) haben Angst, dass ihre Mieter ausziehen, denn ohne massive Preissenkungen werden sie dann nur noch sehr schwer Nachmieter finden (und anders als in Deutschland muss der Mieter hier bei Auszug keine Nachmieter besorgen!).
Fast alle meiner Kollegen konnten nach Ablauf der einjährigen "Lease"-Verträge Mietkürzungen von teilweise 200, 300 Euro verhandeln.
Habe ich bislang gerne mal über meinen Arbeitgeber gescholten, halte ich mich jetzt damit erstmal zurück. Klar, Issues gibt es nach wie vor (in welchem Job gibt es die nicht?), andererseits fühlt man sich als "Googler" in Dublin momentan wie eines der glücklichen Tiere, die es zu Zeiten der Sintflut gerade noch so an Bord der "Arche Noah" geschafft haben.
Anders ausgedrückt: ich fühle mich derzeit wie ein Betrachter, der im sicheren Glaskasten sitzend anschaut, wie das Land um ihn herum versinkt.
Irland ist von der derzeitigen Wirtschaftskrise eines der am härtesten getroffenen Länder, der Preis des irren Wachstums war es eben, fast vollständig von der Laxheit der Banken und den niedrigen Steuern abhängig zu sein.
Spätestens da bekommt mein sicheres Glashaus dann aber auch schon die ersten Brüche: die irische Regierung wird in den nächsten Tagen auch die Unternehmenssteuer erstmalig anheben (bislang lag diese auf 12,5%) - für die meisten der US-amerikanischen Großunternehmen waren aber die niedrigen Steuern neben der englischsprachigen Bevölkerung DAS Hauptargument, sich überhaupt erst in Irland niederzulassen.
Und da mein Arbeitgeber nun auch schon erste Schritte in Richtung Personalabbau unternimmt, werden auch die Zeiten auf meiner "Arche Noah" stürmischer werden.
Deshalb erfreue ich mich momentan auch eher mit gemischten Gefühlen an fallenden Preisen - seit heute Morgen hat das Grauen, welches eine Entlassung bedeuten kann, auch für mich ein persönliches Gesicht: in der Bahn saß mir eine deprimiert dreinschauende Frau gegenüber, die dann am Handy ihrem Gesprächspartner mitteilte, dass heute ein "grauenvoller Tag" sei: denn heute würden alle Kundenkonten nach Großbritannien transferiert, und dann sei es "dass auch gewesen", wobei klar aus Wortwahl und Stimmlage (und Blick) hervorging, dass heute ihr letzter Arbeitstag war.
Die Dame war schätzungsweise Anfang 40 und machte heute offensichtlich "als Letzte das Licht aus".
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/:Deutsche-Irland-Flucht-Insel/659877.html
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