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Freitag, 26. März 2010

Facebook-Gruppe "Weil im Schönbuch" recht erfolgreich!

Weil im Schönbuch

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Halb aus Spielerei, halb aus Heimweh hab ich eine "Weil im Schönbuch"-Gruppe auf Facebook gegründet. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich schon die 80-Fans-Schallmauer durchbrochen. Wow! Danke!

Sonntag, 27. Dezember 2009

Kapitalismus erreicht Vogelwelt!

Als ich am Weihnachtstag während der Zubereitung unserer diversen Speisen aus dem Küchenfenster blickte, sah ich ein Amselpärchen um unser Auto herumhüpfen, auf der Suche nach etwas essbarem. Auch das Stück Grün links vom Auto grasten die beiden Vögel ab.

Mir fiel spontan ein, dass ich noch "Meisenknödel" vom letzten Jahr übrig hatte und hab einen davon direkt ins Grün neben das Auto gelegt - schließlich sollen sich zu Weihnachten nicht nur die Menschen den Bauch vollschlagen.

Das Futter wurde begeistert aufgenommen, auch heute morgen noch war das Amselpärchen vollauf damit beschäftigt, den Futterball zu bearbeiten. Als ich beim Kaffeekochen einen Blick auf das Treiben vor meinem Küchenfenster warf stellte ich jedoch mit Erstaunen fest, dass neben dem Meisenknödel nun auch ein kleines Geldstück lag.

Hatten die Vögel mich bezahlt? Hat sich ein Nachbar einen Scherz erlaubt?

Nein, ich denke die Wahrheit ist ganz und gar erschreckend: der Ungeist des Kapitalismus hat nun auch die Welt der Vögel erreicht!
Vorbei ists mit lustigem Tirillieren und Singen kostenlos. Nur noch gegen bare Münze (oder Futter, das muss noch per Experiment herausgefunden werden) sind unsere gefiederten Freunde von  einst dazu bereit, uns mit ihrem Gesang zu erfreuen.

Im Gegenzug dürfen spendable Zeitgenossen mit Kleingeld rechnen, denn umsonst nehmen die Nachfahren der Dinosaurier keine Futteralien mehr an. Das "bessere System" hat nun auch die Tiere überzeugt... *seufz*

Sonntag, 1. Februar 2009

Warum ich zur Zeit kaum schreibe...

liegt wohl auch an Facebook. Spricht einer, der in letzter Zeit einen viel zu grossen Teil seiner Online-Zeit auf dem Fressenbuch verbringt (danke an Boris, glaub ich, für diese Wortschöpfung).

Ansonsten denke ich des öfteren an mögliche Blog-Artikel, nehme mir dann aber nie die Zeit, diese zu realisieren.

Nun denn, in letzter Zeit ist leider auch nicht viel passiert. Nachdem ich als bekennender Dauer-Süchtiger diverser US-TV-Serien diese alle auf dem neuesten Stand habe, entdecke ich momentan britische bzw. irische Serien. Britisch, weil die von mir derzeit konsumierten Serien alle vom englischen "Channel 4" produziert wurden, irisch weil immer zumindest ein Co-Autor dieser Serien der Ire Graham Linehan ist, und ausserdem immer zumindest einer der Hauptakteure Ire ist.

Die erste Serie, Father Ted, wurde gegen Mitte der 90'er-Jahre produziert und spielt in Connemara, Irland (und in Londoner Studios was die Innenszenen angeht). Hier ist so ziemlich der ganze Cast irisch, und der Grund, weshalb die Serie in England produziert wurde, ist die simple Tatsache dass der irische TV-Sender RTE Angst vor der katholischen Kirche und reaktionären Kreisen der irischen Bevölkerung hatte. Denn die Serie handelt in der Hauptsache von drei ziemlich schrägen Priestern, die auf der fiktiven Insel "Craggy Island" vor der irischen Westküste gemeinsam mit einer auch ziemlich schrägen Haushälterin in einem Pfarrhaus leben - v.a. weil ihr zuständiger Bischoff den Rest der Welt vor ihnen schützen möchte.

Die Serie war in Irland und England ein Riesenerfolg, leider starb der Hauptdarsteller Dermot Morgan 24 Stunden nach der letzten Folge der dritten Staffel auf der "Serien-Ends-Party" an einem Herzinfarkt. Trotzdem pures Gold irischer Humorkunst. Wir hatten die Serie eher durch Zufall entdeckt, weil um die Weihnachtszeit das "Father Ted Weihnachtsspecial" ausgestrahlt wurde.

Die nächste Serie ist "Black Books" und handelt von einem irischen, dem Alkohol verfallenen Misanthropen namens Bernhard Black, der in London eine Buchhandlung hat. Ähnlich wie im Film "High Fidelity" hasst er aber seine Kunden. Eine göttliche Serie, die aber leider auch nur 3 Staffeln lang ist.

Und eben so richtig entdeckt (und die ersten 2 Staffeln auf DVD geschaut) eine Serie, die Daniel uns schon vor über einem halben Jahr empfahl: The IT-Crowd. Linehans letzter Geniestreich (die 3. Staffel läuft eben erst im TV).

So und jetzt muss ich auch aufhören, denn der neueste Teil der IT-Crowd läuft gleich auf More4...

Samstag, 3. Januar 2009

Neues Jahr, neues Hamsterrad

Zunächst einmal wünsche ich allen Lesern meines Blogs (ja, Euch Beiden!) ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2009!

Zu meinen guten Vorsätzen für dieses Jahr gehört u.a. der Versuch, mit weniger Zynismus und Frust in die Welt zu blicken, was jedoch schon alleine beim Gedanken an die Rückkehr in die Firma nächsten Montag fast unmöglich erscheint.

Ich hatte diese Weihnachten das "Glück", zu erkranken (Gott sei Dank erst ab dem 27.12.) und bin seit dem 30.12 auf Antibiotika (Vorteil: an Sylvester reichten zwei Gläschen Lidl-Champagner, um mich in Stimmung zu bringen...). Ein weiteres Resultat meiner Erkrankung ist, dass ich nun schon seit einer Woche die meiste Zeit im Bett liege, und das obwohl draussen seitdem die Sonne scheint (ok, es ist kalt).

Ich habe in dieser Zeit einige Filme gesehen (Indy IV, Iron Man, 'The Kingdom, Narnia: Prince Caspian, The Dark Knight, The Seeker - The Dark is Rising...) und etliche Stunden "Final Fantasy (I)" auf meiner schicken PSP-Lite gedaddelt. Außerdem eine Novelle von Stefan Zweig gelesen ("Angst") sowie einige Bücher und Texte, über die ich in aller Öffentlichkeit lieber nicht spreche.

Ach ja, heute lass ich ein interessantes Interview mit Sloterdijk in der Süddeutschen, welches sich in einigen Aspekten mit Themen beschäftigt, die mich derzeit umtreiben.

Weniger Zynismus, positivere Attitüde an das Leben - klingt so einfach, aber ich kämpfe mit immensen inneren Widerständen wenn ich an meinen Job denke. Früher dachte ich, es sei normal, morgens mit einem Fluch auf den Lippen zu erwachen und die Arbeit als einen einzigen Verlust an Freiheit und Lebenszeit zu betrachten.

Als ich dann bei Google anfing, staunte ich über mich selbst, als ich selbst nach vier Monaten noch jeden Tag freudig gen Arbeit fuhr. Nun, dass hat sich seit einigen Monaten leider auch jetzt schon wieder ins Gegenteil gewandt. Mein Job ist zwar kein "Killer"-Job, meine Haupttätigkeit halte ich sogar für eher simpel und angenehm. Es sind die ganzen "Umstände" und "Begleitumstände", welche mir die Freude an der Arbeit kaputt machen.

Zunächst einmal sind da einige Kollegen bzw. deren Attitüden. Als ich bei Google anfing, dachte ich noch, wir stellen nur coole Leute ein und es sei wichtig, dass wir alle Spass an der Arbeit haben. Leider ist Google schon längst ein Magnet für Leute geworden, die sich ganz gut verstellen können, die in Wirklichkeit aber genauso karrieregeil sind wie anderswo auch.

Was mich aber am meisten stört ist es, mit Menschen zusammen zu arbeiten, deren gesamte Existenz sich fast ausschließlich um ihre Arbeit zu drehen scheint, sprich: Menschen, die ihr Selbstverständnis bzw. Selbstbild (fast) nur aus ihrem Job gewinnen. Mit diesen Menschen zusammen zu arbeiten ist leider sehr anstrengend, und leider ist ausgerechnet der Kollege, mit dem ich am Engsten zusammen arbeiten muss, genau von diesem Schlag.

Und leider kristallisiert sich immer mehr heraus, dass genau diese Art von Kollegen (übereifrige Wichtigtuer, die sich selbst und andere ständig mit ihrer überdrehten Motivation und ihrem Drang zu fast schon vulgärer Selbstdarstellung stressen) es dann auch schafft, befördert und vom Management gefördert zu werden.

So jemand wie ich, für den ein Job in erster Linie ein Mittel zum Broterwerb ist und der nach allen Kräften versucht, sich nach 18 Uhr geistig und seelisch aus allen arbeitsbezogenen Dingen "auszuloggen" (ich habe, zugegebenermassen, oft Probleme mich überhaupt erst richtig "einzuloggen" in den ganzen "Job-Komplex"); jemand der wie ich sein Selbstbild und den Sinn seines Lebens in Bereichen sieht und sucht, die nichts mit der Arbeit zu tun haben -- so jemand scheint schon von vorne herein zum Scheitern, zum Zynismus verurteilt zu sein.

Ich gestehe also: ich werde mich am Montag aus einem ganz einfachen Grund wieder in die Bahn gen Arbeitsplatz setzen: Geld.

Und auch die noch ausstehende Antwort der Firma Facebook auf mein dort inzwischen absolviertes Vor-Ort-Vorstellungsgespräch lässt mein Herz nicht höher schlagen -- ob ich nun für den Teufel oder für Beelzebub arbeite ist ja im Grunde auch egal, wo mir der Sinn doch nach ganz anderen Dingen steht...

Rückblickend auf das Jahr 2008 fühle ich mich seltsam dumpf, hohl und leer. Nicht nur dass ich Familie und Freunde sträflich vernachlässigt habe, nicht nur dass ich viel zu viel Zeit und Energie der Firma geopfert habe - im Grunde habe ich auch nichts bleibendes zum Ausgleich bekommen. Durch die hohen Mietpreise hier und die Unsummen, welche ich dem deutschen Staat für mein absolviertes Studium zurückzahlen muss, konnte ich noch nicht einmal Geld auf die Seite legen und wenn ich jetzt kündigte, würde ich mit leeren Händen dastehen. Ich hätte noch nicht einmal die Mittel, mich mitsamt meinen Besitztümern zurück nach Deutschland zurückzuschiffen.

Daher fühle ich mich im nun aufdämmernden 2009 weiterhin wie der gestrandete, verschuldete Wal, als welchen mich die Hartz-IV-Wellen 2007 an die Ufer Irlands spülten. Sehr frustrierend.

Die Frage, welche mich nun umtreibt, lautet also: wie Zynismus besiegen, wie eine positive Einstellung gewinnen? Eventuell durch Fatalismus? Schließlich könnte ich an meinen jetzigen Umständen nur durch radikale Schritte etwas verändern - etwa durch Kündigung und Flucht nach Deutschland unter Zurücklassen all meiner Besitztümer. Ein eher unwahrscheinliches Szenario.

Für alle, welche also nach wie vor denken: "Mensch, der Junge hats gut, hat nen Job bei Google!" sei also hier nochmals betont, dass es keine Rolle spielt, wo und wodurch man seine Brötchen verdient. Der wahre Sinn des Lebens liegt IMHO ausserhalb der Arbeits-Sphäre. Und ich habe momentan das ständige Gefühl, dass ich wichtige Zeit und Energie verliere, welche ich besser in Dinge investieren würde, welche mir wirklich etwas bedeuten (da ist immer noch der Romanentwurf auf meiner Festplatte...).

2009... ein weiteres Jahr bestehend aus 4 Quartalen, sprich 4 Zeiträumen, während derer wir "Targets" gesetzt bekommen und an deren Erfüllung oder Nichterfüllung wir gemessen werden. Panem et circenses. Divide et impera. Kindergarten.