Freitag, 16. Januar 2009
Google "geht es nicht schlecht", Google ist schlecht (geworden).
Dort steht wörtlich "Nicht nur Google geht es schlecht".
Haha, mitnichten, Hauser!
Soweit ich die Lage überblicke, herrscht bei Google derzeit v.a. der Ungeist, Kreativität, welche wir bisland hauptsächlich in die Erschaffung neuer Produkte gesteckt haben, nun auf den 2008 neu entdeckten Bereich der "Kosteneffizienz" zu stecken.
Anders ausgedrückt:
die Firma, bei der ich im Sommer 2007 so gespannt eingestiegen bin, war einst ein "happy bunch of people", ein etwas verrückter, fröhlicher Haufen von Leuten, die mehr Geld hatten, als sie ausgeben konnten - denen das aber herzlich egal war, die trotzdem "ihr Ding drehten", ganz unabhängig von externen Faktoren.
Inzwischen sind wir in weiten Bereichen einfach "another greedy Corporation" - einfach eine gierige Firma wie eben all die anderen auch.
Nicht mehr, nicht weniger.
Der Rubel rollt weiterhin, und auch wenn der Trend der letzten Jahre zeigt, dass die jährlichen Zuwachsraten kleiner werden (oben wird die Luft halt dünner), sind wir immer noch finanziell stärker als Konkurrent Yahoo! es jemals war.
Was uns verloren gegangen ist, ist der "happy spirit", das "laissze-faire", das "ihr könnt uns mal, wir machen was wir wollen".
Fluch der AG, würde ich mal sagen. Fluch des Erfolgs, Fluch des Geldes.
Dass wir jetzt 100 Recruitment-Stellen streichen macht allerdings auch sinn, denn mit inzwischen ca. 20.000 Mitarbeitern weltweit BRAUCHEN wir im Grunde nicht mehr so viele neue Mitarbeiter. Mir ist es sogar ganz recht, dass der Hiring-Wahn so langsam ans Ende kommt, denn die Integration all dieser neuen Mitarbeiter in die Firma ist eh schon eine riesige Aufgabe.
Dass der spirit der Gründungsjahre endgültig weg ist, liegt natürlich auf der Hand...
Samstag, 3. Januar 2009
Neues Jahr, neues Hamsterrad
Zu meinen guten Vorsätzen für dieses Jahr gehört u.a. der Versuch, mit weniger Zynismus und Frust in die Welt zu blicken, was jedoch schon alleine beim Gedanken an die Rückkehr in die Firma nächsten Montag fast unmöglich erscheint.
Ich hatte diese Weihnachten das "Glück", zu erkranken (Gott sei Dank erst ab dem 27.12.) und bin seit dem 30.12 auf Antibiotika (Vorteil: an Sylvester reichten zwei Gläschen Lidl-Champagner, um mich in Stimmung zu bringen...). Ein weiteres Resultat meiner Erkrankung ist, dass ich nun schon seit einer Woche die meiste Zeit im Bett liege, und das obwohl draussen seitdem die Sonne scheint (ok, es ist kalt).
Ich habe in dieser Zeit einige Filme gesehen (Indy IV, Iron Man, 'The Kingdom, Narnia: Prince Caspian, The Dark Knight, The Seeker - The Dark is Rising...) und etliche Stunden "Final Fantasy (I)" auf meiner schicken PSP-Lite gedaddelt. Außerdem eine Novelle von Stefan Zweig gelesen ("Angst") sowie einige Bücher und Texte, über die ich in aller Öffentlichkeit lieber nicht spreche.
Ach ja, heute lass ich ein interessantes Interview mit Sloterdijk in der Süddeutschen, welches sich in einigen Aspekten mit Themen beschäftigt, die mich derzeit umtreiben.
Weniger Zynismus, positivere Attitüde an das Leben - klingt so einfach, aber ich kämpfe mit immensen inneren Widerständen wenn ich an meinen Job denke. Früher dachte ich, es sei normal, morgens mit einem Fluch auf den Lippen zu erwachen und die Arbeit als einen einzigen Verlust an Freiheit und Lebenszeit zu betrachten.
Als ich dann bei Google anfing, staunte ich über mich selbst, als ich selbst nach vier Monaten noch jeden Tag freudig gen Arbeit fuhr. Nun, dass hat sich seit einigen Monaten leider auch jetzt schon wieder ins Gegenteil gewandt. Mein Job ist zwar kein "Killer"-Job, meine Haupttätigkeit halte ich sogar für eher simpel und angenehm. Es sind die ganzen "Umstände" und "Begleitumstände", welche mir die Freude an der Arbeit kaputt machen.
Zunächst einmal sind da einige Kollegen bzw. deren Attitüden. Als ich bei Google anfing, dachte ich noch, wir stellen nur coole Leute ein und es sei wichtig, dass wir alle Spass an der Arbeit haben. Leider ist Google schon längst ein Magnet für Leute geworden, die sich ganz gut verstellen können, die in Wirklichkeit aber genauso karrieregeil sind wie anderswo auch.
Was mich aber am meisten stört ist es, mit Menschen zusammen zu arbeiten, deren gesamte Existenz sich fast ausschließlich um ihre Arbeit zu drehen scheint, sprich: Menschen, die ihr Selbstverständnis bzw. Selbstbild (fast) nur aus ihrem Job gewinnen. Mit diesen Menschen zusammen zu arbeiten ist leider sehr anstrengend, und leider ist ausgerechnet der Kollege, mit dem ich am Engsten zusammen arbeiten muss, genau von diesem Schlag.
Und leider kristallisiert sich immer mehr heraus, dass genau diese Art von Kollegen (übereifrige Wichtigtuer, die sich selbst und andere ständig mit ihrer überdrehten Motivation und ihrem Drang zu fast schon vulgärer Selbstdarstellung stressen) es dann auch schafft, befördert und vom Management gefördert zu werden.
So jemand wie ich, für den ein Job in erster Linie ein Mittel zum Broterwerb ist und der nach allen Kräften versucht, sich nach 18 Uhr geistig und seelisch aus allen arbeitsbezogenen Dingen "auszuloggen" (ich habe, zugegebenermassen, oft Probleme mich überhaupt erst richtig "einzuloggen" in den ganzen "Job-Komplex"); jemand der wie ich sein Selbstbild und den Sinn seines Lebens in Bereichen sieht und sucht, die nichts mit der Arbeit zu tun haben -- so jemand scheint schon von vorne herein zum Scheitern, zum Zynismus verurteilt zu sein.
Ich gestehe also: ich werde mich am Montag aus einem ganz einfachen Grund wieder in die Bahn gen Arbeitsplatz setzen: Geld.
Und auch die noch ausstehende Antwort der Firma Facebook auf mein dort inzwischen absolviertes Vor-Ort-Vorstellungsgespräch lässt mein Herz nicht höher schlagen -- ob ich nun für den Teufel oder für Beelzebub arbeite ist ja im Grunde auch egal, wo mir der Sinn doch nach ganz anderen Dingen steht...
Rückblickend auf das Jahr 2008 fühle ich mich seltsam dumpf, hohl und leer. Nicht nur dass ich Familie und Freunde sträflich vernachlässigt habe, nicht nur dass ich viel zu viel Zeit und Energie der Firma geopfert habe - im Grunde habe ich auch nichts bleibendes zum Ausgleich bekommen. Durch die hohen Mietpreise hier und die Unsummen, welche ich dem deutschen Staat für mein absolviertes Studium zurückzahlen muss, konnte ich noch nicht einmal Geld auf die Seite legen und wenn ich jetzt kündigte, würde ich mit leeren Händen dastehen. Ich hätte noch nicht einmal die Mittel, mich mitsamt meinen Besitztümern zurück nach Deutschland zurückzuschiffen.
Daher fühle ich mich im nun aufdämmernden 2009 weiterhin wie der gestrandete, verschuldete Wal, als welchen mich die Hartz-IV-Wellen 2007 an die Ufer Irlands spülten. Sehr frustrierend.
Die Frage, welche mich nun umtreibt, lautet also: wie Zynismus besiegen, wie eine positive Einstellung gewinnen? Eventuell durch Fatalismus? Schließlich könnte ich an meinen jetzigen Umständen nur durch radikale Schritte etwas verändern - etwa durch Kündigung und Flucht nach Deutschland unter Zurücklassen all meiner Besitztümer. Ein eher unwahrscheinliches Szenario.
Für alle, welche also nach wie vor denken: "Mensch, der Junge hats gut, hat nen Job bei Google!" sei also hier nochmals betont, dass es keine Rolle spielt, wo und wodurch man seine Brötchen verdient. Der wahre Sinn des Lebens liegt IMHO ausserhalb der Arbeits-Sphäre. Und ich habe momentan das ständige Gefühl, dass ich wichtige Zeit und Energie verliere, welche ich besser in Dinge investieren würde, welche mir wirklich etwas bedeuten (da ist immer noch der Romanentwurf auf meiner Festplatte...).
2009... ein weiteres Jahr bestehend aus 4 Quartalen, sprich 4 Zeiträumen, während derer wir "Targets" gesetzt bekommen und an deren Erfüllung oder Nichterfüllung wir gemessen werden. Panem et circenses. Divide et impera. Kindergarten.
Montag, 22. Dezember 2008
Merry G-Mas! :-)
Montag, 1. Dezember 2008
Weihnachtsfeier? Können wir uns nicht leisten!
Die "Finanzkrise" (das wird hoffentlich Wort oder Unwort des Jahres 2008!) hat längst auch Google erreicht. Nicht wirklich, aber das Übel des Mittleren Management ergreift nun in einer Firma, die angeblich nichts böses tun will, die Gunst der Stunde und lässt die firmenimmanente Kreativität nun nicht mehr in neue Produkte und Innovationen fliessen, sondern in immer skurrilere Formen des Sparens und der Lohnkürzung - selbst Schwaben und Schotten müssten hier eigentlich vor Neid erblassen angesichts der wöchentlich neuen Formen an Einsparungen, die an direkten Gehaltskürzungen gerade noch so vorbei schrammen.
Und dabei kreide ich das Ganze nicht einmal unserem Noch-CEO Erich Schmiedt (aka Eric Schmidt) an. Dieser kann es sich leisten, Jesusfiguren neue US-Präsidenten mit seinem Techno-Gebrabbel zu umgarnen und auch abseits davon den guten Mann aus Mountain View zu spielen. Es genügt, dass er ein paar ernste Worte über die Finanzkrise verliert und auch anmerkt, dass es nun auch für Google an der Zeit sei, das Geld nicht mehr links und rechts aus dem Fenster zu werfen (Ski-Trips für 2500 Personen in Österreich, als "Sales-Konferenz" getarnte Massen-Umerziehungslager auf Rhodos, Disneyland-Wochenenden für Software-Entwickler, Weihnachtsfeiern die sich keine Regierung der Welt leisten würde etc...) - und schon rennen die Schergen des unteren und mittleren Management und jeder will der Erste sein im Erfinden von immer weiteren "Sparmaßnahmen". Dass hier pures Mikro-Management und blinder Aktionismus herrschen, versteht sich natürlich von selbst.
Beispiele?
Google Ireland hat die Sandwiches gestrichen - mit dem Argument, die seien ja eigentlich gar nicht dafür gedacht gewesen, dass man die sich zusätzlich zum Mittagessen schnappt und evtl. sogar abends zu Hause verspeist. Zwei Jahre lang war das allen egal gewesen, auf einmal geht es um "Fairness" und ähnlichen Schwachsinn. Direkt ins Gesicht der Angestellten lügen steht bei Google inzwischen an der Tagesordnung.
Die Orangenpress-Maschine ist schon seit zwei Wochen kaputt. Hintergrund: wir haben eine ziemlich coole Maschine in der Küche, wo man oben Orangen direkt aus der Holzkiste reinschmeisst und unten kommt frisch gepresster Saft raus. Das Ganze sieht aus wie ein Uhrwerk (weshalb ich sie liebevoll "Clockwork Orange" zu nennen pflege). Seit zwei Wochen nun ist diese Maschine angeblich defekt. Komischer Zufall. Und wie günstig. Denn auf Grund hoher Beliebtheit bei inzwischen 1800 Angestellten in Dublin war diese Maschine natürlich v.a. ein Kostenverursacher.
Die Mini-Kitchen, die auf jedem Stockwerk in mindestens doppelter Ausführung vertreten sind, waren noch nie so leer wie sie es derzeit sind. Bis vor ein paar Monaten strotzten diese noch vor Drinks, Smoothies und "organic juices". Die Müsliriegel-Batterien waren prall gefüllt und es gab auch immer ein gutes Sortiment an Obst, Käse und verschiedenen Kräuter-Tees.
Inzwischen muss man fast schon froh sein, wenn man noch einen Smoothie erwischt, Käse ist Gelegenheitssache und auch ansonsten sehen die Küchen immer danach aus, als müssten sie dringend aufgefüllt werden.
Ach ja und die Weihnachtsfeier. Diese ist nun keine Gesamt-Google-Veranstaltung mehr, sondern wird aufgesplittet in mehrere kleinere Team-Events (was praktischerweise eine gute Ausrede liefert, warum man dieses Jahr seinen Partner nicht mitbringen darf). Ausserdem gibt es keine Drink-Voucher mehr, dafür mehrere Bars, an denen man sich seine Drinks selber kaufen darf. Wie man hinkommt ist auch einem selbst überlassen (in meinem Fall findet die Party an einer mir nicht bekannten Location irgendwo im Süden Dublin statt. Und nein, ich werde nicht teilnehmen. Ich zahl doch nicht für die geistige Armut meines Arbeitgebers).
Ski-Trips und Sales-Conferences im grossen Stil wird es natürlich auch nicht mehr geben - und wir werden jede Menge sogenannter "Contractors" entlassen, dass sind die armen Schweine, welche nur einen roten Mitarbeiter-Badge haben - was i.d.R. heisst dass sie zu doof oder zu faul zum Studieren waren und wir sie deshalb per Firmen-Policy nicht anstellen "können". Für Dinge wie die Mini-Kitchen auffüllen, den Müll wegkarren oder den Wachmann vorm Eingang spielen sind sie aber gut genug.
Das Einzige, was ich wirklich nicht verstehe, ist der Grund all dessen. OK, in Zeiten in welchen Parasiten und Mörder der Volksseelen Investmentbanker und -banken wie die Fliegen fallen und dorthin fahren, wo sie hingehören (d.i. die Hölle), kommt es natürlich nicht gut, wenn eine Firma wie Google so tut als würde sie den Zustand der restlichen Welt nicht erkennen und weiter fröhlich "Party!" schreien. Daher verstehe ich die Zurückhaltung bei Gross-Events etc... in der Tat.
ABER:
Wir haben im dritten Quartal 2008 knapp 30% mehr Umsatz gemacht als noch im selben Zeitraum 2007 (und damals waren alle so happy, dass wir hier in Sales-Dublin jeder einen iPod-Shuffle geschenkt bekamen!). Und für die kurzfristige Zukunft sieht es nicht so aus, als würde die Finanzkrise Google wirklich tangieren werden - denn werben wird weiterhin ein "muss" für die meisten Firmen sein. Und wenn Werbe-Etats gestrichen werden, dann eher in traditionellen Medien wie Print oder TV, wo sich die Werbewirkung überhaupt nicht messen lässt. Modernes (und im Vergleich zu Print oder TV unglaublich billiges) Werben im Netz wird wohl eher verstärkt aus der Krise hervorgehen.
Der einzige Grund, den ich mir sonst noch vorstellen könnte, ist der unrealistisch niedrige Aktienkurs. Noch vor einem Jahr stand die Google-Aktie bei über 700$, inzwischen ist man froh wenn sie die 200-$-Schallmauer nicht unterbricht... für mich, der ich erst seit August die ersten Aktien meines Eintritts-Geschenk-Paketes verkaufen dürfte, ist das natürlich ganz bitter, zumal ich nicht sicher bin, ob ich bis zum nächsten Anstieg der Aktienkurse überhaupt noch bei dieser Firma sein will. Siehe Facebook-Artikel.
Ich könnte jetzt noch vieles schreiben, z.B. über beschissene Ideen unserer "Manager", über die immer mehr abnehmende Lust, überhaupt noch in diese Firma zu gehen - aber ich halte jetzt mal lieber die Klappe, nicht dass da noch einer mitliest :-)
Freitag, 24. Oktober 2008
Google oder Facebook - für wen sollte man eher arbeiten?
Facebook hat Anfang Oktober in Dublin sein neues "internationales" Hauptquartier eröffnet (sprich: Europa und Naher u. Mittlerer Osten) und scheint jetzt auf der Suche nach Muttersprachlern der jeweiligen Länder zu sein.
Heute hatte ich ein erstes Telefon-Screening mit einer Recruiterin - Facebook ist wohl geziehlt auf die Suche nach deutschen Googlern in Dublin gegangen.
Wieviel ich dort verdienen kann etc... konnte ich heute nicht in Erfahrung bringen, nur dass Facebook massives Wachstum vorhat und in Europa den Werbemarkt sieht, der den Rubel in der Firma zum Rollen bringen soll.
Eigentlich würde ich mich im Moment nicht als Jobsuchend bezeichnen. In der aktuellen unsicheren Wirtschaftslage ist Google mit Sicherheit einer der besten Arbeitgeber, die man sich nur wünschen kann. Auch wenn sogar wir inzwischen aufhören, Geld rechts und links für Spass zu verbraten sondern - ein Novum in der Firmengeschichte - zum ersten Mal auch "kostenbewusst" handeln sollen (dieses Wort war bei Google vor 6 Monaten fast noch ein Fremdwort), ist Google nach wie vor auf Wachstumskurs. Wo andere Firmen (Dell....) Leute entlassen, holen wir uns die guten Köpfe dieser Firmen an Bord und bauen massiv aus. Google ruht sich nicht aus sondern investiert die Einnahmen in die Entwicklung der Internet-Services von morgen.
Und Facebook?
Zunächst einmal ist es ja "nur" ein social network, und in den USA sinkt ja seit Kurzem die Anzahl der monatlichen Neuanmeldungen sogar schon wieder.
Trotzdem hat Facebook es bisher verschlafen, seine Werbeeinnahmen voll auszuschöpfen. Man sieht auf der Facebook-Seite immer noch erstaunlich wenig Werbung.
Das soll sich jetzt ändern. In Kooperation mit Microsoft will Facebook -ähnlich wie Google- gross in den Onlnie-Werbemarkt einsteigen und absahnen.
Was sind jetzt für mich die Pro's und Contra's eines Wechsels von Google zu Facebook?
Pro Google:
Marktstärke, relativ sicherer Job. Im letzten Quartal war mein revenue-impact der Beste unter allen im deutschen Team. Ich habe Projekt-Zeit und muss mich nicht nur um meinen Core-Job kümmern. Der Sales-Focus ist zwar da, aber bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei anderen in Irland ansässigen Firmen, die Deutsche beschäftigen.
Das Grundgehalt ist zwar nicht das Beste, aber das Gesamtpaket dennoch attraktiv, v.a. da ich jetzt einen sehr guten Quartalsbonus bekomme. Dazu die private Krankenversicherung, das kostenlose Essen (Frühstück, reichhaltiges und abwechslungsreiches Mittagessen, Getränke und diverse Snacks sowie frisches Obst gibts jeden Tag kostenlos. Vom Pizza-Ofen, die Sushi-Bar über den Salat-Schüttler über das Ben&Jerry-Eis, Smoothies und das kostenlose Freitag-Abend-Bier ein Rundum-Satt-Paket von Montag bis Freitag), die kostenlose Gym, das Jahresticket für die Bahn und natürlich das Aktienpaket, welches ich peu à peu einlösen kann -- kaum eine Firma kann da mithalten, auch wenn anderswo das Basisgehalt teilweise höher ist.
Die Arbeitsathmosphäre ist eigentlich OK, das Verhältnis zu den Vorgesetzten angstfrei und relativ offen. Trainings und Entwicklungsmöglichkeiten sind vorhanden (manchmal sogar zu viel für meinen Geschmack) und - einer der wichtigsten Punkte - die Kollegen sind allesamt hochintelligente, nette und offene Menschen.
Google Contra:
In den letzten Monaten hat der Sales-Fokus klar zugenommen. Es geht in meiner Abteilung eigentlich nur noch um Revenue. Wir sind im Team unterbesetzt und ich leiste -theoretisch- im Moment die Arbeit von zwei Personen.
Aber was mich am meisten stört ist, dass Google Dublin inwzischen schon viel zu groß geworden ist. Die goldenen Anfangszeiten sind endgültig vorüber. Hat man hier vor 4, 5 Jahren angefangen, ist man inzwischen in aller Regel zumindest ins mittlere Management aufgestiegen. Für uns später hinzugekommenen ist die Lage schon schwierig. Jahrelanges arbeiten bis man endlich eine kleine leitende Funktion hat ist aber frustrierend.
Und von wegen Projekte: erst seit 5 Monaten strecke ich diesbezüglich meine Fühler in verschiedene Richtungen aus, und jedes Mal wenn ich etwas erledigen will, gibt es zu viele Leute, an die man denken, zu viele Interessen, die man berücksichtigen muss. Es artet teilweise richtig gehend in Politik aus und Networking ist daher unglaublich wichtig. Das ist ätzend und frustrierend, v.a. wenn man merkt dass man inzwischen leichter jemandem auf die Füsse treten als dass man etwas durchsetzen kann.
Und hier kommt natürlich der größte Trumpf, den Facebook für mich hat: Facebook ist eigentlich -obwohl des immensen Erfolgs v.a. in den USA- ein Start-up-Unternehmen. Der Börsengang steht noch bevor (und wer sich an den Börsengang von Google 2004 erinnert: die sich damals schon im Boot befindenden Leute gehörten dann natürlich zu den Gewinnlern.
Facebook Dublin - wenn ich dort jetzt einsteige, kann ich von Beginn an formend mitwirken und natürilch viel schneller aufsteigen als dies bei Google jemals wieder der Fall sein wird.
Es wird also v.a. davon abhängen, wie hoch die Vergütung sein wird und ob man im Fall einer Anstellung ein entsprechendes Aktienpaket bekommt. Und natürlich vom Core-Job und den Projekt-Möglichkeiten. Vom Salat-Schüttler und der Grundversorgung mit Smoothies sicherlich nicht.
Donnerstag, 2. Oktober 2008
Deutschland's Angst vor Google StreetView
Während die Japaner schon glücklich virtuelle Reisen durch Kyôto machen, hat der deutsche Michel Angst davor, seine geliebten Straßen für alle Welt im Internet abrufbar zu sehen.
GANZ ZU RECHT wie dieses heiße Insider-Videos beweist! :-)
Freitag, 26. September 2008
YouTube kaputt machen
Wirklich saukomisch :-)
Mittwoch, 17. September 2008
Der Search Engine Rap - Battle!
http://searchenginerapbattle.com/
Freitag, 12. September 2008
Endlich ein objektiver Artikel über "Google Chrome"
Umso erfreuter war ich heute morgen, als ich diesen Artikel in der CHIP über unseren neuen Browser "Chrome" las. Solch neutrale, "un-panische" Berichterstattung ist ja inzwischen leider die Ausnahme in unserer angeblich freien Gesellschaft...
Hier ein kurzes Zitat aus dem Artikel:
Die Hass-Tiraden gegen Chrome sind unbegründet und überzogen. Der Google-Browser ist in puncto Datendiebstahl weder deutlich besser noch deutlich gefährlicher als andere Browser. Wer an der Software interessiert ist, kann und sollte diese daher ruhig ausprobieren. Das gilt aber nur für eine entsprechende Arbeitsumgebung. Chrome ist Beta-Software und derartige Software hat auf einem Arbeitsgerät nichts verloren. Wer ein Zweitsystem besitzt, dass im Zweifelsfall neu aufgesetzt werden kann, kann Chrome getrost testen. Falls Sie nur einen einzelnen Rechner besitzen, der zudem sensible Daten beherbergt, sollten Sie wenigstens bis zur finalen Version warten, bevor Sie das Web mit Chrome erobern.
Ich halte dies zwar immer noch für etwas übervorsichtig (wir benutzen Chrome inzwischen neben anderen Browsern auch zum Arbeiten), aber ich persönlich nutze Chrome z.Zt. auch "nur" zum Browsen, für e-Banking und Online-Shopping benutze ich (noch) Firefox 3...
Sonntag, 7. September 2008
10 Jahre Google
Ich finde es ja schon krass, wie viel negative Presse in Deutschland diesbezüglich am Start ist. Der deutsche Michel macht sich mal wieder in die Hosen - allerdings ignoriert er dabei, dass sein lieber Staat, die vielen "Payback"-Karten-Supermarkt-Systeme, sein InternetServiceProvider oder sein Kreditkarteninstitut wesentlich mehr über ihn wissen als Google es jemals wissen wird.
Bei Google hat es tatsächlich jeder selbst in der Hand zu entscheiden, wie viel an Information er uns gibt. Wer regelmässig Cache und Cookies löscht wird sogar bei einem Klick auf AdWords-Werbung nicht mehr als Kunde "getrackt" (sehr zu unserem Leidwesen, denn wenn wir dem Kunden sagen können: "so und soviele Klicks führten auch tatsächlich zu Verkäufen", steigt natürlich die Bereitschaft der Kunden, Ihr Budget zu erhöhen).
Aber selbst wenn man seine Cookies nicht täglich löscht, weiss Google immernoch erstaunlich wenig über DICH PERSÖNLICH. Denn eine IP-Adresse verrät nicht wirklich viel, v.a. da wir kein ISP sind, also IP-Adresse und Benutzernamen gar nicht zusammen führen können.
Anders ist dies natürlich, wenn man sich mit einem Google-Account anmeldet und z.b. die coolen Startseiten von iGoogle nutzt - dann bringen wir immerhin die IP-Adresse mit einem bestimmten Usernamen zusammen. Wer dann aber tatsächlich dahinter steckt, ist wiederum eine andere Geschichte.
Ich denke mir beim Lesen all der negativen Berichte über Google immer: "Viel Lärm um fast nichts"
Vor allem wenn ich an die Pannen und Pleiten und an die Datengier der staatlichen Organe in Deutschland denke. Warum feuern die Zeitungen nicht eine Breitsalve nach der andern auf die GEZ oder Schäuble ab? Dürfen sie nicht? Gibt es etwa eine Art "Zensur hinter verschlossenen Türen"? Oder ist es einfach nur bequemer, gegen eine unheimlich erfolgreiche Firma aus Amerika zu geifern?
Ich denke, der typisch deutsche (und abscheuliche) Anti-Amerikanismus ist auch ein Stück weit Grund dafür.
Seit ich bei Google arbeite lerne ich wesentlich mehr Amerikaner kennen als je zuvor in meinem Leben, und ich muss sagen, ich habe selten zuvor ein selbstkritischeres und Bush-feindlicheres Volk getroffen. Mag sein dass US-Googler nunmal eher aus dem demokratischen Lager kommen, dennoch zeigt es mir, dass die doitsche Sicht auf die USA sehr verkürzt ist, sie kehrt alle über einen Kamm.
Achja so finde ich auch den Bogen zurück zum Thema dieses Threads wieder:
Eric Schmidt hat am Donnerstag mit einem ironischen Lächeln gemeint, wir Europäer seien clever genug um nicht Milliarden Doller in Wahlkämpfe zu investieren. Und würden dennoch die besseren Politiker haben - irgendwas sei also ziemlich seltsam am politischen System in den USA. Imperialistisches Gehabe sieht anders aus.
Um mal all der negativen Presse etwas entgegenzuwirken hier ein Beispiel, wie ein Stamm von Amazonas-Indianern (die Surui), welcher vor 25 Jahren noch nicht einmal "entdeckt" war, mit Hilfe von Google Earth sein Stammesgebiet gegen illegale Holzfäller verteidigt:
http://www.mirror.co.uk/news/top-stories/2008/06/21/amazon-tribe-using-google-earth-to-battle-illegal-loggers-89520-20615602/
Oder Sir David Attenborough, der mit Google Earth als Tool bedrohte Teile der Natur auf unserem Planeten effektiver schützen kann:
Samstag, 6. September 2008
Zurück in Irland
3 Tage voller Konferenzen, Break-Out-Sessions und natürlich Parties sowie die schöne türki...äh griechische Sonne im Gepäck bin ich nun wieder bei kuscheligen 13 Grad, Regen, Wind und Wolken.
Es war schon ein gigantisches Programm, welches mein Arbeitgeber da aufgestellt hatte, schätzungsweise 2500-3000 KollegInnen, v.a. aus EMEA (Europe, Middle East & Africa) waren zur Konferenz angereist, aber auch einige aus anderen Regionen (USA, Asia-Pacific, South America).
Es war sehr informativ, was den aktuellen Stand und die geplanten Entwicklungen der Firma anbelangt, die aktuellen coolen Produkte (YouTube, Chrome, Google Earth, StreetView, Apps etc...) und dass der Zug eindeutig hin geht in Richtung "cloud computing".
Für mich ist klar, dass der "Gegner" eindeutig "Die Borg" heisst, und auch unser Ansatz beim social networking ist quasi dem vom Fressenbuch genau entgegengesetzt: anstatt Mauern zu errichten, setzen wir eindeutig auf "open social", und somit auf die Möglichkeit für jeden Einzelnen, seine Daten bei multiplen Services zu verwenden anstatt auf abgeschottete Welten à la Die Borg oder Fressenbuch. (Danke für diesen Ausdruck!).
Und sonst? Ja es war geil, big party, am Mittwoch abend haben über 1600 meiner Kollegen den Guinness-Weltrekord im "Zorba"-Tanz (ein griechischer Massentanz, eine Unterart des Sirtaki) gebrochen. Ich habe auf Grund von heftigen Kopf- und Rückenschmerzen leider nur auf der Tribüne gesessen, sonst könnte ich jetzt auch mit Stolz eine Medaille mein Eigen nennen.
Gewohnt haben wir in Luxushotels direkt am Strand, und in zwei dieser Hotels waren auch die Tagungen und (am Donnerstag abend) die grosse "10 Jahre Google" - Geburtstagsparty.
Eric Schmidt, CEO, war am Donnerstag extra angereist, und das Interview mit ihm vor versammelter Runde (er nahm auch persönlich Fragen aller Mitarbeiter an) hat mich davon überzeugt, bei einer der besseren Firmen im Silicon Valley zu arbeiten - aller Dublin- und Sales-mässig berechtigten Kritik zum Trotz.
Mr. Schmidt ist ein sehr "demütiger", humanistischer und verantwortungsbewusster CEO. Er hetzt nicht, auch nicht gegen die Konkurrenz, obwohl seine warnenden Worte gegen die Borg eindeutig genug waren.
Erstaunt war ich auch (da ich ja nach wie vor viel zu oft die panikmachenden, ängstlichen und negativen Berichte in der doitschen Presse lese), als ich live und direkt mitbekam, wie ernst es Google um den Datenschutz ist.
Natürlich sind wir daran interessiert zu wissen, was User XY für Interessen hat, welcher demografischen Schicht usw... er angehört, um unserem System zu ermöglichen, passende kontextualisierte Werbung einzublenden. Dies erhöht den Wert der Werbung für unsere Werbepartner genauso wie für die User von Google-Produkten.
Kontextuelle Werbung ist wesentlich effektiver als klassische Branding-Werbung à la TV, Wurfsendung oder Zeitungsannonce / Plakat. Dies ist ja die eigentliche Revolution, die Google AdWords / AdSense ausgelöst haben.
Ziel Google's ist es eindeutig, hier noch effektiver zu werden.
Die v.a. in Doitschland ständig geschürten Ängste vor der "allmächtigen Datenkrake" Google konnte ich eh nie nachvollziehen, wo doch staatliche und halbstaatliche Institutionen wie die GEZ oder die diversen doitschen Geheimdienste / Nachrichtendienste (oder halt das Innenministerium) doch wesentlich krassere Mittel und Absichten haben.
Aber das ist wohl eine Haupteigenschaft der deutschen: "Misstraue jedem erfolgreichen und grossen Unternehmen".
In anderen Ländern ist die Presse wesentlich weniger Negativ, kritisch ja, aber das in Deutschland schon zur Routine gewordene Google-Bashing ist z.B. in UK oder USA absolut undenkbar (allerdings auch in Skandinavien, was wohl auch daran liegt dass man dort eine wesentlich höhere Affinität zum Internet im Besonderen und neuen Technologien im Allgemeinen hat).
Aber zurück zur Konferenz.
Ich war wie gesagt überrascht, wie ernst man den Schutz der persönlichen Daten dort nimmt. Was in Deutschland ja gerne "vergessen" wird ist, dass wir Name & IP-Adresse NICHT komibinieren KÖNNEN - selbst wenn wir wollten.
Und je nachdem, aus welchem Land ein Server kommt, sagt auch die IP-Adresse leider noch viel zu wenig aus über die Herkunft eines Internet-Users. In Spanien z.B. sind 98% aller IP-Adressen den Servern von wenigen Großfirmen (Internet-Anbietern) zugehörig, demnach kommen fast alle spanischen Internet-Nutzer laut IP-Adresse entweder aus Madrid oder Barcelona, wo diese Firmen eben sitzen.
Wer wie ich in meinem eigenen AdWords-Konto nur die Regionen Baden-Württemberg, Hessen und Bayern "targeted" steht hiermit vor dem Problem, dass die Werbung (in diesem Fall für meinen Vater den Märchenerzähler) halt auch viele Google-User in Baden-Württemberg u.U. nicht sehen können, nämlich dann, wenn Ihr ISP Sammel-IPs vergibt und in einem anderen Bundesland ansässig ist.
Weitere sehr interessante Panels waren natürlich YouTube, wo in Zukunft noch einiges abgehen wird, und vor allem die Jungs von Doubleclick, die jetzt ja auch mit dabei waren und deren CEO auch ein sehr sympathischer Mensch ist. In Sachen Display-Advertising (wo Google derzeit noch ein Schlusslicht ist, soviel zum Thema "Allmacht"...) dürfte also auch ordentlich Bewegung ins Spiel kommen.
Ein grosses Thema dürfte aber v.a. das "cloud computing" und dbzl. eben "Google Apps" werden. Mit den vollständig auf Google-Servern liegenden Daten der Google Apps (Gmail, Kalender, Maps, Docs, Spreadsheets & Presentations, Google Talk etc....) besteht hier die Möglichkeit, kostenlos (Privatuser) oder sehr viel günstiger als bislang (Firmenuser) ein Komplettpaket mit E-Mail-Service, Instant-Messenger, Kalender, Online-Office-Paket etc...) zu bekommen, welches auf den sichersten Servern der Welt abgelegt wird.
Cloud Computing ist DER Killer für Mircrosoft (aka "Die Borg"), und in Kombination mit dem neuen, im Vergleich zum Internet Explorer was Java-Applications angeht ca. 100 mal schnelleren Browser "Chrome" dürften teure Office-Pakete bald der Vergangenheit angehören.
Ach es ist noch so vieles passiert, von dem ich leider nicht berichten darf (z.B. harte Zahlen & Fakten betreffend unsere Data-Center, dem astronomisch hohen technischen Vorsprung Google's vor der Konkurrenz, den nichtmal die Borg noch jemals einholen dürften) aber eine Anekdote muss noch sein.
Als die Google-Geburtstagsparty sich gegen 4 Uhr morgens langsam dem Ende zuneigte, und ich viel zu viele Gin-Tonics in mir hatte, haben einige Kollegen und ich beschlossen, noch runter an den Strand zu gehen. Auch um diese Uhrzeit war das Wasser noch angenehm warm, und so haben wir halt unsere Party-Klamotten an den Strand geworfen und sind wie die Natur uns schuf baden gegangen. Um den Sand und das Salz loszuwerden, haben wir uns danach in einen Hotel-Pool begeben, wo ich mir unter dem Sternenhimmel auf dem Rettungsring treibend noch ein frisch gezapftes Löwenbräu (man nimmt was man bekommt...) gönnte, um dann um 6 Uhr fix und fertig in der Heia zu landen. Dass kurz darauf (10 Uhr) noch eine Abschluss-Sitzung anstand, steht auf einem anderen Blatt!
Dienstag, 2. September 2008
ENDLICH ENDLICH ENDLICH kann ich es in die Welt schreien und schreiben!
Ja, wir haben einen supercoolen Browser gebaut, und ich benutz das Ding schon seit Monaten auf meinem Firmen-Laptop, aber durfte es nichtmal meiner Frau erzählen.
Und das mir, der ich so gern Neuigkeiten verbreite!
Aber jetzt, 20 Uhr doitscher Zeit (also 12:00 Kalifornien) ist es offiziell und ich darf endlich darüber sprechen.
Irgendwie albern, weil ja schon seit gestern abend durch ein angebliches "leak" News nach aussen drangen und Organie wie die BBC schon über den neuen Google-Browser "Chrome" berichteten, z.B. hier:
http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/7593106.stm
Im deutschsprachigen Raum hat golem.de die Neuigkeit wohl als Erster aufgeschnappt. Und inzwischen hat ja selbst schon Großmütterchen Spiegel davon berichtet, demnächst sprechen dann also auch die Ostbayrischen Kartoffelbauer drüber.
So, und heute nacht um 4 Uhr muss ich aufstehen, um meinen Charterflug nach Rhodos zu kriegen - ich bin nämlich auf der diesjährigen Sales-Konferenz mit dabei. Wo u.a. der Weltrekord im Zorba-Tanzen von mir und ca. 2500 Kollegen gebrochen werden soll. Na dann...
Dienstag, 24. Juni 2008
Donnerstag, 22. Mai 2008
Welcome to Nerdistan!
Und natürlich hab ich mir einige angeschaut, aber den meissten konnte ich widerstehen: dem Go-Club ebenso wie dem Redenhalter-Verein oder den diversen Sport-Circles. Beim "Kampf mit historischen Waffen"-Verein musste ich zwar staunen, denn schliesslich hatten die richtige Schwerter und Rüstungsteile dabei, aber auch hier dachte ich mir: zu extrem, viel zu extrem. Und schau dir die Typen an...all die bärtigen IT-Leute, die zu viel Lord of the Rings gesehen haben und sich jetzt für Zwerge und Krieger halten, die an die Türen ihrer Besprechungsräume Aufkleber der "Dharma Initiative" kleben? Die Modelle von StarWars-Raumschiffen auf ihren Schreibtischen stehen haben? Oder einen Mülleimer der wie R2D2 aussieht? Nein danke, mit denen will ich keine mittelalterlichen Kampftechniken simulieren!
Dann aber, als ich eigentlich schon auf dem Weg zurück zur Arbeit war.... SciFi-Fans Dublin?
Post von StarTrek, Babylon5 und Dune? Mal genauer hingeschaut, und schon in Gespräche über die Vorzüge von Babylon5 im Vergleich zu DS9 verwickelt oder warum Voyager mächtig saugt... hey, wo warn die Typen in den letzten 9 Monaten? (Ja, am 20.5. bin ich exakt 9 Monate hier gewesen...am selben Tag verlor ich offiziell und schriftlich den Trainee-Status - zwar rückwirkend zum 1.4., aber trotzdem - eine Geburt nach 9 Monaten!)
Und in der Tat: ich hab die Nerds und Geeks noch nie "bewusst" gesehen (ist auch nicht schwer bei inzwischen über 1500 Kollegen). Jetzt bin ich auf einer Mailinglist wo sich mächtig über SciFi und Fantasy unterhalten wird und ab nächster Woche gibt es regelmässige "SciFi-Lunches", und es ist vorgesehen, dass wir uns die komplette Babylon5-Serie abends nach der Arbeit in irgendeinem Konferenzraum per Beamer reinziehen...
...sounds like paradise to me! :-)
Samstag, 19. April 2008
Ski-Trip 2008 - die Bilder
Zwei abende bedeutete dies für mich den Totalabsturz, das Wochenende brauche ich nun zum Regenerieren.
Fotos gibts in meinem Webalbum (Link in meiner Blogroll rechts).
Schon krass, v.a. wenn man bedenkt, dass die örtlichen Bars ja Bescheid wussten und dennoch absolut überfordert waren. Ob beim Mittagessen oder bei abendlichen Bieren - wer für 2400 Leute Drinks verkaufen will, sollte schon mehr als nur zwei oder drei Leute hinterm Tresen haben.
Kneipen, die nur für ca. 100 Leute ausgelegt waren, waren oft bis zum dreifachen überfüllt und man musste sich seine Drinks erkämpfen.
Für mich irren Auswanderer waren allerdings die Preise schon ein Geschenk der Götter: als ich am Donnerstag abend noch einen "Abschieds-Scotch" trinken wollte, kamen mir beim Preis für einen Glenfiddich (2,20 Euro) beinahe die Tränen. Wurde dann natürlich gleich ein Doppelter draus (hier in Irland bekommt man kein Glas Whisk(e)y unter 7 Euro, und natürlich passen die Barleute hier auf, dass kein Tropfen zu viel den Weg ins Glas der Kunden findet....
Aber auch die traditionellen Käsespätzle in der Eisenpfanne (8 Euro) brachten einen im Vergleich zu den hiesigen Preisen z.B. für einen Döner (7 Euro) schon in Freudenstimmung.
Alles in allem sehr gelungen, ich hatte meinen Spass (und habe die Skipiste natürlich nichtmal von Weitem gesehen. Aber wer fährt schon zum Skifahren in die Alpen wenn es so viel Après-Ski gibt...)
Mittwoch, 16. April 2008
Ski - Trip
Bis Freitag werden dort 1000+ Kollegen und ich auf Firmenkosten die Sau rauslassen. Die meisten werden wohl Ski fahren, da ich dies noch nie gemacht hab und in den letzten Jahren eine ziemliche Höhenangst entwickelt habe, werde ich - falls ich überhaupt was mache - lediglich ins Aquaspa gehen. Den Rest der Zeit wird eh gegessen und Party gemacht - bis es am Freitag morgen direkt zurück ins Büro nach Dublin geht.... na dann... Prost!
Dienstag, 18. Dezember 2007
"Das Evangelium nach Google" - Interview mit Vincent Cerf, "Internet Evangelist" bei Google
Im Vergleich zu hierarchisch-patriarchalisch-unterdrückerisch organisierten Firmen wie Mircosoft kann ich nach vier Monaten bei Google nur sagen: Hut ab!
Die Hierarchien sind sehr flach, die Kollegialität ist super, ich kann mit meinen Managern und Vorgesetzten ziemlich offen über alles sprechen. Man ist auch an Kritik interessiert (natürlich kommt Nörglerei weniger gut an, aber dass ist ja normal), und hier arbeiten in der Tat "gute" Leute (nicht im qualitativen, sondern im moralischen Sinn).
Wenn ich in den (deutschsprachigen) Medien angstmachende Berichte über meinen Brötchengeber lese, dann habe ich immer das Gefühl, die müssen von einer anderen Firma sprechen... aber dann ist Angstmacherei ja auch eine Lieblingsbeschäftigung der Doitschen.
Wie dem auch sei, folgendes Interview mit Vincent Cerf, einem der "Väter des Internet" (der vor kurzem auch bei uns hier anwesend war und sprach), hat mich eigenlich zum diesem Blog-Eintrag veranlasst: Interview mit Vincent Cerf in "Das Magazin.ch"
Samstag, 15. Dezember 2007
Google Party - erstes Kurz-Feedback
Die Party am 7.12. war absolut genial!
Wahnsinn, wieviel Geld dafür ausgegeben wurde. Thema war "Secret Agents Seasonal's Party", die Räume waren im Stil alter James Bond - Filme (bzw. des neuen "Casino Royale") gestaltet. Es gab einen Ballroom, ein Casino mit Roulette und Black Jack (natürlich für einen guten Zweck), einen Jazz- sowie einen Karaoke-Room.
Insgesamt waren an die 1500 Leute anwesend, und alle waren heftigst rausgeputzt.
Klar gibt es inzwischen viele Picasa-Alben voller Fotos, aber die bestehen fast nur aus Aufnahmen von Gästen (=Gesichtern), ich werde also keine Fotos online stellen können. Hatte selbst keine Kamera dabei (war auch zu beschäftigt, die tolle Stimmung, die Getränke und das Essen und natürlich den SPASS zu geniessen, als dass ich hätte Fotos machen wollen).
Viele Leute, lustige Leute, schöne Leute, gute Musik und guter Wein - dass fasst es zumindest aus meiner Sicht treffend zusammen.
Microsoft hat im Croke Park die Veröffentlichung von Windows (M/V)ista für Europa abgehalten, da dachten sich die Jungs von Google wohl, dann machen wir dort halt unsere Weihnachtsparty. Sehr lustig.
Ach ja, ich war irgendwann nach vier zu Hause.
Sonntag, 21. Oktober 2007
Google in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung"
Noch mehr Spass macht es, solche Artikel in den Medien zu lesen:
FAS-Zeitungsartikel
Es fällt mir immer noch schwer, zu glauben, dass ich Teil der wichtigsten Einnahmequelle der z.Zt. finanziell stärksten Firma der Welt bin... (wer mich besser kennt, der dürfte das auch kaum glauben, Stichworte "Ace", "Urlaub in Holland", "Schwäbli").